Neues aus der Wissenschaft

PCO-Syndrom (PCOS) und Schlafstörungen

 

Das PCOS beschäftigt uns in den Sprechstunden durch seine Auswirkungen z.B. auf die Reproduktion, den Stoffwechsel sowie spätere Folgeerkrankungen aufgrund des metabolischen Syndroms.

Ein interessanter Aspekt ist der schon länger postulierte Einfluss auf den Schlaf, auch unabhängig von einem erhöhten BMI, für den dieser Zusammenhang offensichtlicher wäre.

Ein aktueller Review mit Meta-Analyse untersuchte den Einfluss der Sexualhormone sowie des SHBG auf Schlafstörungen (z.B. die obstruktive Schlafapnoe) beim PCOS (Jafar et al. Sex hormones, sex hormone-binding globulin and sleep problems in females with polycystic ovary syndrome: a systematic review and meta-analysis. Clin. Endocrinol. (Oxf) 2025; Feb 25: Online ahead of print).

Begutachtet wurden dafür 4487 Studien, die sich mit den o.g. endokrinologischen Parametern oder einem Hyperandrogenismus bei Schlafstörungen und/oder Schlafstörungen beim PCOS beschäftigten.

In die Meta-Analyse eingeschlossen wurden 9 Studien. Von den Frauen mit einem PCOS hatten 46,0% eine obstruktive Schlafapnoe (OSA), 56% andere oder zusätzliche Schlafstörungen. Die SHBG-Werte waren bei PCOS-Frauen und einer OSA signifikant niedriger als bei Frauen ohne eine OSA. Es fanden sich aber keine Unterschiede beim Gesamt- und freien Testosteron, DHEAS, Androstendion und Östradiol. Es zeigte sich keine signifikante Assoziation zwischen den Sexualhormonen, SHBG oder einem Hyperandrogenismus mit anderen Schlafstörungen beim PCOS.

Die AutorInnen schlussfolgern, dass dem SHBG eine Bedeutung in der Entstehung einer OSA beim PCOS zukommen könnte. Sie weisen auf die mögliche Rolle einer Insulinresistenz sowohl beim PCOS als auch bei Schlafstörungen hin. Die Meta-Analyse schließt letztendlich aber nicht aus bzw. klärt nicht final, welche Stellung dem BMI zukommt, da nicht alle eingeschlossenen Studien entsprechend adjustierten.

Es besteht also weiterer Klärungsbedarf zur Frage eines möglichen kausalen Zusammenhangs zwischen einem PCOS und Schlafstörungen.

 

Prof. Dr. med. Frank Nawroth